Gehmeditation

Die Gehmeditation ist eine einfache Methode, um zu einigen Momenten der Achtsamkeit zu gelangen. Der Vorteil der Gehmeditation liegt darin, dass Sie diese nahezu jederzeit und überall durchführen können. Wie der Name schon verrät, findet die Gehmeditation im Gehen statt. Der Fokus liegt dabei auf dem Gehen an sich. Man kann sich hierbei für verschiedene Möglichkeiten der Meditation entscheiden:

  • Man kann seine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen in der Fußsohle richten. Dabei ist es gut, wenn man sich auf einen Fuß konzentriert, am Besten auf den, der gerade den Boden berührt. Hierbei kann man verschiedene Dinge wahrnehmen: Wie fühlt sich der Untergrund an meinem Fuß an? Hart? Weich? Feucht? Rutschig? Wie fühlt sich mein Fuß an, wenn ich ihn belaste? Wie fühlt sich mein Fuß im Schuh an oder -wenn man barfuß unterwegs ist – wie fühlt sich das Material unter meinem Fuß an und wo kann ich überall Kontakt spüren?
  • Ebenso ist es möglich, ganz langsam zu laufen und seine Aufmerksamkeit auf die Bewegungen des schrittausführenden Fußes zu lenken: die leichte Verlagerung des Gewichts vom einen Fuß auf den anderen, das Leichterwerden des hebenden Fußes, das Senken, die Berührung von Ballen und Ferse mit dem Untergrund, die Gewichtsverlagerung auf diesen Fuß. Hier kann man die Bewegungen in Gedanken z.B. mit „Anheben“, „Bewegen“ und „Berühren“ oder mit „eins“, „zwei“, „drei“ bezeichnen, um einfacher gedanklich bei der Tätigkeit bleiben zu können.
  • Auch kann man in normalem Tempo laufen und dabei die Aufmerksamkeit jeweils auf das schrittausführende Bein lenken. Dabei kann man wahrnehmen, wie sich das Bein hebt, die Muskeln sich bewegen, an manchen Stellen anspannen, an anderen entspannen und was man bei diesem Schritt sonst noch wahrnehmen kann. Laufen Sie eine Weile, bezeichnen Sie die Körperempfindungen bei Bedarf (z.B.: „Anspannen“, „Entspannen“ oder auch „linkes Bein“, „rechtes Bein“) und halten Sie nach 5 bis 10 Minuten inne, um dann für einige Momente Ihren ganzen Körper oder Ihren Atem wahrzunehmen.

Sie können die Gehmeditation bei Lust und Laune einfach mal ausprobieren, viel brauchen Sie dazu nicht. Dabei können Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die oben vorgeschlagenen Aspekte lenken oder vielleicht auf etwas ganz anderes. Wenn Sie in der Gehmeditation mit Ihren Gedanken abschweifen, ist dies kein Problem, sobald Sie das Abschweifen bemerken, kehren Sie einfach wieder zu Ihrer Meditation zurück. Sie können auch auf Ihren Atmen achten oder darauf, wie sich Ihre Arme beim Gehen bewegen, vieles ist möglich.

Bild zur Gehmeditation, Achtsamkeit, Angélique Semmler, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Beratung, Coaching, Supervision für Rechtsanwälte
Eine Gehmeditation im Wald: tief durchatmen und den Waldboden wahrnehmen.

Die hier vorgestellten Übungen ersetzen keine medizinische, psychologische oder psychiatrische Behandlung. Wenn Sie unter gesundheitlichen Problemen leiden oder sich nicht sicher sind oder bei auftretenden Beschwerden mit Krankheitswert, konsultieren Sie bitte selbständig einen Arzt, Psychologen oder Psychiater und klären Sie bitte vorher ab, ob die Übungen für Sie geeignet sind. Die hier vorgestellten Übungen sowie die gesamten Inhalte des Internetauftritts stellen keine Heil- und Erfolgsversprechen dar.